Liebe Patienten, für Sie unser Blog über aktuelle Corona Entwicklungen
Donnerstag, 27.03.2025
Jugendliche seit Corona weniger ausdauernd
In der Studie MoMo 2.0 wurde erstmals seit Beginn der Pandemie die sportliche Leistungsfähigkeit und Fitness von Kindern gemessen. Laut den vorläufigen Ergebnissen hat vor allem die Ausdauerleistung und Kraft von Kindern schwer gelitten. Dies deute darauf hin, dass die pandemiebedingten Einschränkungen und reduzierten Bewegungsmöglichkeiten langfristig negative Auswirkungen auf die motorische Entwicklung haben könnten. Sportvereine haben sich zwar nach Corona wieder erholt und Kinder sind ähnlich aktiv wie vor Corona, aber nur 20 Prozent erreichen das von der WHO empfohlene Aktivitätsniveau.
Dienstag, 25.03.2025
Corona - von der Lungenkrankheit zum Langzeitproblem
Zu Beginn der Pandemie war Ersticken eine der häufigsten Todesursache in Folge einer Infektion. Heute sinken die Fallzahlen von Jahr zu Jahr und Corona wird immer mehr als normal Grippeerkrankungen gesehen. Parallel erleben Ärzte häufiger Patienten, die an Erschöpfung und Müdigkeit, dem sogenannten Fatigue-Syndrom, leiden. Covid-19 ist laut Ärzten eine diffuse und schwer zu greifende Ganzkörperkrankheit geworden. Den typischen Post Covid-Patienten gibt es nicht. Deshalb werden möglichst viele Fachrichtungen involviert. An der Leitlinie für Post Covid-Diagnosen haben insgesamt 28 medizinische Fachgesellschaften mitgeschrieben. Hat die Genesung anfangs in schweren Fällen bis zu einem Jahr gedauert, klagen Patienten heute bis zu zweieinhalb Jahre über Einschränkungen.
Donnerstag, 20.03.2025
Folgen von Coronainffektion: Rätsel um PIMS-Erkrankungen bei Kindern gelöst
Die Ursache für das rätselhafte Entzündungssyndrom PIMS als Folge einer Coronainfektion bei Kindern war lange unklar. Jetzt haben Forschende einen Zusammenhang mit dem Epstein-Barr-Virus gefunden. PIMS tritt vier bis acht Wochen nach einer Corona-Infektion auf und äußert sich durch Entzündungen im gesamten Körper - eine Überreaktion des Immunsystems. Häufige Symptome sind hohes Fieber, Hautausschläge und eine Herzschwäche, jedes zweite Kind muss auf die Intensivstation. Im Laufe der Pandemie erkrankten allein in Deutschland etwa 1.000 Kinder daran, viele von ihnen vormals ganz gesund. Die Erkenntnisse eröffnen neue Therapieoptionen, möglicherweise auch gegen Long Covid, denn auch hier liegen im Blut deutlich mehr Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus vor.
Mittwoch, 19.03.2025
Langfristige Gesundheitsrisiken nach COVID-19-Krankenhausaufenthalt identifiziert
Eine aktuelle Studie zeigt, dass hospitalisierte COVID-19-Patienten noch 2,5 Jahre später ein höheres Risiko für schwerwiegende gesundheitliche Komplikationen aufweisen. Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ist die Sterblichkeitsrate jeglicher Ursache erhöht und sie werden häufiger erneut wegen kardiovaskulärer, psychiatrischer, neurologischer und respiratorischer Ereignisse ins Krankenhaus eingeliefert. Die Risiken für neurologische Beschwerden und Atemwegserkrankungen, chronisches Nierenversagen und Diabetes waren nicht nur über 6 Monate, sondern über den gesamten Nachbeobachtungszeitraum über 30 Monate hinweg erhöht. Die Ergebnisse unterstreichen die weitreichenden Auswirkungen von COVID-19, die weit über die Erstinfektion hinausgehen, sowie den Bedarf an weiterer Forschung zu Langzeitfolgen und die Relevanz einer nachhaltigen und interdisziplinären Nachsorge.
Donnerstag, 13.03.2025
Neuer Test für Post-Covid soll Hausärzten bei Diagnose helfen
Die Mainzer Universitätsklinik hat einen Test entwickelt, mit dem Hausärzte künftig feststellen können, ob die Beschwerden ihrer Patienten wirklich auf Post-Covid zurückzuführen sind oder andere Ursachen haben. Krankheitsverläufe Betroffener werden mit einer App systematisch erfasst und ausgewertet werden. Die Wissenschaftler haben auch ein Surveillance-System entwickelt, mit dem sie in einer neuen Pandemie zuverlässig feststellen können, wie es den Menschen gesundheitlich, aber auch in ihrer Lebenssituation unter Schutzmaßnahmen geht. Laut aktuellem Stand haben etwa 6 % der Corona-Infizierten Post-Covid-Symptome wie schmerzbegleitete Erschöpfungszustände, reduzierte geistige Leistungsfähigkeit, deutliche Atemwegs- und Covid-Symptome und ME/CFS.
Mittwoch, 12.03.2025
COVID-19-Pandemie: Sportler hatten nicht häufiger Herzstillstand oder Herztod
Frühe Medienberichte während der COVID-19-Pandemie erweckten die Befürchtung, dass junge Athletinnen und Athleten mit COVID-19 oder nach einer mRNA-Impfung ein erhöhtes Risiko für Myokarditis und plötzlichen Herzstillstand oder plötzlichen Herztod hätten. Eine aktuelle Studie bestätigt diesen Zusammenhang nicht. Die Autorinnen und Autoren resümieren, dass Berichte über das kardiovaskuläre Risiko einer COVID-19-Infektion und einer Impfung, sowie das Risiko einer Myokarditis übertrieben waren. Viele Fälle von Athletinnen und Athleten, die in Videomontagen in den sozialen Medien gezeigt wurden, ereigneten sich in Wirklichkeit vor der Pandemie, heißt es in der Publikation. Dennoch wurde behauptet, eine COVID-19-Infektion oder Impfung hätte das Risiko in diesen Fällen erhöht.
Dienstag, 04.03.2025
Corona-Pandemie hat Impfskepsis vergrößert
Laut Experten wirkt sich die Corona-Pandemie noch immer negativ auf die Impfbereitschaft aus. Impfmüdigkeit und Impfskepsis sind ein großes Problem und führen zu Lücken bei Auffrischimpfungen, saisonalen Impfungen wie Influenza, Corona oder RSV und Standardimpfungen wie Diphterie und Kinderlähmung. Den Trend, sich gegen eine Impfung zu entscheiden, gibt es schon seit zehn bis fünfzehn Jahren, aber während der Corona-Pandemie seien Impfempfehlungen verstärkt als Drangsalierung des mündigen Bürgers verstanden worden. Bei der laufenden Aufarbeitung der Corona-Pandemie bemängeln Experten rückblickend eine unzureichende Kommunikation und die Einteilung in Geimpfte und Ungeimpfte.
Montag, 10.02.2025
SARS-CoV-2 verursacht schwerere Erkrankungen als Influenza und RSV
Eine retrospektive Studie zeigt, dass in der Saison 2022/23 Infektionen mit SARS-CoV-2 in den USA mit schwereren Erkrankungen assoziiert waren als Influenza oder RSV. In der Saison 2023/24 waren die Unterschiede dagegen weniger stark ausgeprägt. In beiden Saisons habe sich RSV als mildere Erkrankung erwiesen, während Infektionen mit SARS-CoV-2 mit einer höheren Langzeitmortalität assoziiert gewesen seien. Impfungen hätten die Unterschiede in Erkrankungsschwere und Langzeitmortalität reduziert. Ein besseres Verständnis der Erkrankungsschwere kann wichtige Informationen für Impfempfehlungen liefern.
Mittwoch, 29.01.2025
Frauen erkranken häufiger an Long-COVID als Männer
Laut einer aktuellen Studie leiden Frauen etwa 1,3 mal häufiger an Long-COVID als Männer. Besonders betroffen waren Frauen zwischen 40 und 45 Jahren. Postvirale Krankheiten sind kein neues Phänomen. In seltenen Fällen erkrankten Patienten etwa nach einer Influenza-Infektion an langanhaltenden Krankheitsbildern. Auch andere nach einer Virusinfektion auftretende Beschwerden oder Autoimmunerkrankungen werden vorwiegend bei Frauen beobachtet. Ob dies auch für Long COVID gilt, war bisher ungeklärt. Forschende vermuten, dass weibliche Sexualhormone einen Einfluss haben.
Donnerstag, 23.01.2025
Streit mit Versicherung: Gericht stärkt Post-COVID-Erkrankte
Die medizinischen Erkenntnisse zum Post-COVID-Syndrom reichen aus Sicht des Sozialgerichts Heilbronn mittlerweile aus, um es als Folge einer Berufskrankheit anzuerkennen. Es verurteilte die gesetzliche Unfallversicherung, einem ursprünglich an Corona erkrankten Krankenpfleger eine Verletztenrente zu gewähren. Die Unfallversicherung hatte eine Verletztenrente abgelehnt, weil bisher kein gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisstand über Langzeitfolgen einer COVID-19-Infektion vorliege. Das Gericht entschied, dass das beim Kläger vorliegende Fatigue-Syndrom und die kognitiven Störungen typische häufig bis sehr häufig auftretende Symptome eines Post-COVID-Syndroms sind. Ferner liege zu den Folgen einer COVID-19-Erkrankung inzwischen eine Leitlinie mit einer ausführlichen Zusammenstellung der Literatur vor.
Dienstag, 21.01.2025
Long-Covid keine Seltenheit
Einer von 20 Patienten klagt auch 6 Monate nach einer COVID-19-Infektion noch über starke körperliche und kognitive Erschöpfung, die die Kriterien eines chronischen Fatigue-Syndroms (CFS) erfüllt. Dabei sind die Folgen so stark, dass es Probleme gibt, sich wieder in Privatleben und Arbeitswelt zu integrieren. Die Symptome verschlechtern sich typischerweise nach körperlichen oder geistigen Aktivitäten, häufig kommt es zu nicht erholsamem Schlaf, kognitiven Beeinträchtigungen oder Schwindelgefühlen nach dem Aufstehen. Das CFS tritt auch nach anderen Virusinfektionen wie dem Pfeifferschen Drüsenfieber auf.
Freitag, 17.01.2025
Medikament für schwerkranke Covid-Patienten in Europa zugelassen
Mit Gohibic hat das Unternehmen Inflarx aus Jena ein Medikament entwickelt, das die Sterblichkeit von beatmeten Corona-Patienten senken soll. Gohibic ist die erste und einzige von der Europäischen Kommission zugelassene Behandlung für Patienten, die an einem durch das Corona-Virus ausgelösten Lungenversagen, dem lebensbedrohlichem Atemnotsyndrom (ARDS), leiden. Die Biotech-Firma Inflarx ist auf Wirkstoffe spezialisiert, die bei chronischen oder lebensbedrohlichen Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden sollen. Schwer erkrankte Covid-Patienten, die beatmet werden müssen, sterben häufig an den Folgen einer viralen Sepsis, eine Überaktivierung des eigenen Immunsystems. Gohibic hilft, Entzündungen im Körper zu reduzieren und lässt gleichzeitig die Abwehrkräfte des Körpers gegen Infektionen intakt.
Mittwoch, 15.01.2025
Chronisches Fatigue-Syndrom als Folge einer Coronaerkrankung soll genauer erforscht werden
Viele Menschen leiden als Folge einer Coronaerkrankung an chronischer Erschöpfung. Über die Ursachen und Entstehung ist kaum etwas bekannt. Die Erkrankung tritt meist nach einer Infektion auf und die Einschränkungen und Beschwerden verschlimmerten sich nach einer Belastung. In den Universitätskliniken in Jena, Kiel, Berlin und München werden nun in einer dreijährigen Forschungsphase die Symptome von Patienten standardisiert klinisch erfasst. Mittels Fitnesstrackern soll untersucht werden, wie sich körperliche Belastung auf das Immunprofil, die Blutzellen oder den Stoffwechsel auswirkt. Dies soll zur Entwicklung neuer Diagnose- und Behandlungsansätze beitragen.
Dienstag, 07.01.2025
COVID-19: Metaanalyse spricht gegen impfbedingt Menstruationsstörungen
In der Vergangenheit hatte es Verdachtsmeldungen zu möglichen Menstruationsstörungen nach einer COVID-19-Impfung gegeben. Aus diesem Grund hatte die Europäische Arzneimittelagentur im Oktober 2022 eine Ergänzung der Nebenwirkung „heftige Menstruationsblutung“ in den Fachinformationen der Impfstoffe der Hersteller Pfizer/Biontech und Moderna empfohlen. Eine Übersichtsarbeit des Paul-Ehrlich-Instituts ist nun zu dem Ergenis gekommen, dass die Impfung keinen signifikanten Einfluss auf die Menstruation hat. Die Autoren vermuten, dass andere Einflussfaktoren für die beobachteten Menstruationsveränderungen verantwortlich sind. So berichteten einige der eingeschlossenen Studien, dass Menstruationsveränderungen bei Raucherinnen und bei solchen, die Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Impfung hatten, unter Stress standen oder bei denen in der Vergangenheit bereits Zyklusunregelmäßigkeiten aufgetreten waren, wahrscheinlicher waren.
Mittwoch, 01.01.2025
“Krankheit X“ vielleicht Folge von Malaria oder COVID-19
Laut WHO werden Lungenentzündung, Influenza, COVID-19, Masern und Malaria als mögliche Ursache für die mysteriöse „Krankheit X“ im Südwesten der Demokratischen Republik Kongo in Betracht gezogen werden. Die Gesundheitsbehörden der betroffenen Provinz hatten schon vor Tagen von mehr als 130 verstorbenen Patienten gesprochen. Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministers sind die Behörden in höchster Alarmbereitschaft. Die bislang unbekannte „Krankheit X“ grassiert seit dem 24. Oktober in der entlegenen Region. Die Patienten leiden unter grippeähnlichen Symptomen, Kleinkinder sind überdurchschnittlich betroffen.
Montag, 30.12.2024
Umstrittene Studie zu Hydroxychloroquin zurückgezogen
Die im März 2020 in Frankreich veröffentlichte sehr umstrittene nicht-randomisierten Studie zur Behandlung von Covid-19, nach der Hydroxychloroquin in Kombination mit einem Antibiotikum Infektionen mit COVID-19 innerhalb weniger Tage kurieren könne, wurde nun von den Herausgebern zurückgezogen. Die Publikation erregte damals viel Aufmerksamkeit, schnell wurde das Malariamittel für die Öffentlichkeit zu einem Wundermittel gegen das neue Virus. Kurz nach der Zulassung durch die Gesundheitsbehörde in Frankreich gab es bereits erste Zweifel aus dem In- und Ausland an der Wirksamkeit des Mittels, zudem wurde vor Nebenwirkungen wie einem erhöhten Risiko eines Kammerflimmerns gewarnt. Am 26. Mai widerrief die französische Regierung die Erlaubnis zum Einsatz bei COVID-19-Patienten.
Freitag, 27.12.2024
Nephrologen raten zur Nierenüberwachung nach COVID-19-Erkrankung
Schon früh in der Pandemie hatte sich gezeigt, dass die Niere ein Zielorgan von SARS-CoV-2 ist. Nach einer Infektion, insbesondere nach schweren Verläufen, ist das Risiko für Nierenerkrankungen signifikant erhöht. Die Symptome ähneln denen eines Post-Covid-Syndroms. Dazu zählen Müdigkeit und Fatigue, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und eine verminderte Belastbarkeit. Bei entsprechenden Long-COVID-Symptomen sollte laut Nephrologen unbedingt auch an eine chronische Nierenerkrankung gedacht werden. Die Abklärung der Nierenwerte ist von besonderer Bedeutung in der Nachsorge von COVID-19-Patienten.
Montag 16.12.2024
Neue Abrechnungsgrundlage für Long-COVID-Behandlung
Für die Versorgung von Patienten mit Long COVID oder einem Verdacht auf Long COVID werden zum 1. Januar 2025 mehrere neue Leistungen in den einheitlichen Bewertungsmaßstab aufgenommen. Hintergrund ist die Long-COVID-Richtlinie, die seit Anfang Mai in Kraft ist. Sie regelt, wie Betroffene mit Verdacht auf Long COVID und Erkrankungen, die eine ähnliche Ursache oder Krankheitsausprägung aufweisen, berufsgruppenübergreifend, koordiniert und strukturiert versorgt werden. Mit dem neuen Beschluss steht nun auch fest, welche Gebührenordnungspositionen die beteiligten Ärzte zusätzlich abrechnen können. Der Hausarzt ist in der Regel der erste Ansprechpartner für die Patienten, übernimmt die Rolle des koordinierenden Arztes und stimmt weitere Schritte unter anderem mit Fachärzten ab.
Mittwoch, 11.12.2024
Wiederholte Impfung verbessert Schleimhautimmunität
Eine regelmäßige Auffrischung mit mRNA-Impfstoffen erhält nicht nur den Schutz vor schweren Erkrankungen an Covid-19. Eine Studie verdeutlicht nun, dass mit der Zahl der Impfungen auch die Immunität in den Atemwegen verstärkt wird. Bereits nach der Grundimmunisierung kam es zu einem Anstieg der neutralisierenden Antikörper im Nasenabstrich. Die Reaktion in der Nasenschleimhaut fiel allerdings deutlich schwächer aus als im Serum. Nicht alle Teilnehmer erreichten einen Antikörper-Titer, der zur Abwehr der Viren auf der Schleimhaut benötigt wird. Sechs Monate später waren die Titer wieder gesunken. Der Booster verbesserte die mukosale Immunität so weit, dass die Titer der neutralisierenden Antikörper jetzt auch im Nasenabstrich über dem Wert lag, der einen ausreichenden Schutz anzeigt.
Dienstag, 03.12.2024
Long-Covid: Fast 6 Prozent der Betroffenen haben chronische Körperschmerzen
Die Auswertung einer aktuellen Gutenberg-Covid-Studie ergab, dass 6 Monate nach einer Covid-19-Infektion 5,8 % der Studienteilnehmer über neu auftretende Schmerzen klagten, die als alltagsbeeinträchtigend wahrgenommen würden. Mehr als ein Drittel wertete die Schmerzen als „schwer“. Von regelmäßigen Kopfschmerzen berichteten 10,5 %, Schmerzen beim Atmen hatten 4,4 %, Brustschmerzen 4,4 % und Bauchschmerzen 2,3 %. Von den untersuchten Patienten mit Körperschmerzen erfüllten 80 % die Kriterien für ein Fibromyalgiesyndrom, 58 % berichteten zusätzlich über Kopfschmerzen.
Montag, 02.12.2024
Schwedische Daten weisen darauf hin, dass auch wenn Extrasystolen und TIA kurz nach der Covid-Impfung vorübergehend erhöht waren, letztendlich die protektiven Effekte nach einer vollständigen Impfung dominierten. Die Erhöhungen des kardiovaskulären Risikos waren vorübergehend und gelten nicht für die schwereren Erkrankungen. Demgegenüber verringere eine vollständige Impfung das Risiko für mehrere schwerere kardiovaskuläre Verläufe im Zusammenhang mit COVID-19, wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzinsuffizienz, erheblich. Das erhöhte Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall hat 3 Jahre nach der COVID-19-Infektion angehalten. Bemerkenswerterweise war das erhöhte Risiko in einigen Fällen fast so hoch wie bei einem bekannten kardiovaskulären Risikofaktor wie Typ-2-Diabetes oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit.
Freitag, 29.11.2024
Anstieg von plötzlichem Kindstod in der Coronapandemie in den USA
Laut einer Studie aus den USA ist es während der Coronapandemie zu mehr Fällen von plötzlichem Kindstod gekommen als in der Zeit zuvor. In der COVID-19-Pandemie waren Infektionsmuster, etwa für RSV und Influenza starken Veränderungen unterworfen. Die Forschenden vermuten, dass die Verschiebungen bei Infektionen den plötzlichen Kindstod begünstigt haben könnten.
Montag, 25.11.2024
Studie untersucht Einfluss von Lockdown auf Hirnentwicklung von Heranwachsenden
Laut einer US-Studie könnten Lebensstiländerungen und Kontaktbeschränkungen während des Lockdowns in der Covid-19 Pandemie strukturelle Veränderungen im Gehirn von Heranwachsenden begünstigt haben. Bei den 160 Probanden im Alter von 9-17 Jahren wurden MRT-Scans aus dem Jahr 2018 mit Gehirnscans aus den Jahren 2021 und 2022 verglichen. Dabei wurde eine beschleunigte Ausdünnung der Gehirnrinde festgestellt. Dies kann während der neuronalen Entwicklung von Jugendlichen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung neuropsychatischer und verhaltensbezogener Störungen verbunden sein. Die Forschenden begründeten die beschleunigte Gehirnreifung als Folge von chronischem Stress und Veränderungen des Lebensstils während der Covid-19-Pandemie. Allerdings fußen die Ergebnisse der Studie auf relativ wenigen MRT-Befunden, weshalb sie bei einigen Fachleuten auf Kritik stößt.
Mittwoch, 20.11.2024
Anstrengungen aller Art könnten Symptome von Long Covid verschlimmern
Britische Forschende berichten in einem aktuellen Artikel in The Lancet Regional Health, dass alle Arten von körperlicher, kognitiver, sozialer und emotionaler Anstrengung die mit Long Covid verbundenen Beschwerden, wie Fatigue oder Herzklopfen, verschlimmern könnten. Die Symptome von Patienten mit Long Covid und auch deren Schweregrad können sich drastisch unterscheiden. Auch bei einzelnen Patienten kann es zu Fluktuationen der Beschwerden kommen, selbst innerhalb eines einzigen Tages. Die Auswirkungen von Anstrengungen jeglicher Art auf diese Fluktuation wurden bisher kaum untersucht.
Montag, 18.11.2024
Nach Coronainfektion ist das Risiko für Autoimmunkrankheiten und entzündliche Kollagenosen erhöht
Laut einer aktuellen Studie haben Menschen nach einer SARS-CoV-2-Infektion ein höheres Risiko für Haarausfall, Vitiligo, Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Morbus Behçet, Rheumatoide Arthritis, systemischen Lupus erythematodes, das Sjögren-Syndrom, ankylosierende Spondylitis und ein bullöses Pemphigoid. Dabei spielt die Erkrankungsschwere eine wichtige Rolle. Die Assoziation mit Autoimmunerkrankungen war zum einen stärker in der von Delta dominierten Phase der Pandemie, in der die Patienten heftiger erkrankten und häufiger im Krankenhaus behandelt werden mussten. Zum anderen aber auch, wenn sie ungeimpft waren oder eine Intensivbehandlung benötigten. Das deutet darauf hin, dass sich mit Interventionen, die die Erkrankungsschwere reduzierten, möglicherweise auch die langfristigen Risiken für autoimmun bedingte Folgeerkrankungen senken lassen.
Dienstag, 12.11.2024
Corona-Herbstwelle klingt ab - weniger Erkältungskrankheiten
Ein Herbst mit einer neuen Infektionswelle war befürchtet worden. Doch obwohl es in den vergangenen Wochen wieder einige zehntausend Corona-Ansteckungen gab, hat sich der Erreger nicht exponentiell ausgebreitet. Aktuell sind die Infektionen nun bereits seit mehreren Wochen rückläufig. Auch im Abwassermonitoring zeigt sich ein Abflachen der Kurve. Die Variante XEC breitet sich zwar weiterhin langsam aus, ist aber nach wie vor seltener nachweisbar. Im Stichprobensystem zeigen sich derzeit wieder vor allem gewöhnliche Rhinoviren (26%), die einfachen Erreger des Schnupfens. Corona folgt mit 14 Prozent. Alle weiteren Erreger wie Parainfluenza, Adenoviren und humane Coronaviren kamen nur auf jeweils um die fünf Prozent. Auch die geschätzte Zahl aller Neuinfektionen mit Atemwegsviren insgesamt ist weiter rückläufig.
Donnerstag, 31.10.2024
Weitsprungstar Malaika Mihambo kämpft mit Corona-Spätfolgen
Mihambo hatte sich im Juni bei den Europameisterschaften in Rom mit Corona infiziert. Zuvor gewann sie mit starken 7,22 Metern den Titel. Nach der Infektion verpasste die 30-Jährige in Paris ihren zweiten Olympiasieg, gewann aber Silber. Danach absolvierte Mihambo keine weiteren Wettkämpfe mehr in der Saison. Beim Wettkampf in Paris war sie völlig entkräftet. Sie schnappte nach Luft und weinte. Später verließ Mihambo im Rollstuhl das Stadion. Die Folgen von Corona ließen sich offenbar auch nach Monaten noch nicht abschütteln. Ende Oktober sagte die Sportlerin, dass Post-Covid sie lange begleitet hat und es teilweise immer noch tut.
Montag, 28.10.2024
Covid 19: Wiederholte Impfungen verbessern Schleimhautimmunität
Laut einer tierexperimentellen, belgischen Studie erhält eine regelmäßige Auffrischung mit mRNA-Impfstoffen nicht nur den Schutz vor schweren Erkrankungen an Covid-19 sondern verstärkt auch die Immunität in den Atemwegen. Experimente haben gezeigt, dass die Antikörper aus dem Knochenmark und der Milz aus dem Kreislauf auf die Schleimhautoberfläche gelangen und nicht, wie vielfach angenommen, in der Schleimhaut gebildet werden. Das ist nicht unbedingt ein gutes Omen für nasale Impfstoffe. Tierexperimentelle Studien haben allerdings keine klinische Beweiskraft, sondern dienen eher als Erklärungsmodell.
Dienstag, 22.10.2024
Infektionen: Herbstschnupfen und Corona gehen um
Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts war nahezu jeder zehnte Deutsche vergangene Woche krank. Die Corona-Variante XEC verbreitet sich dabei möglicherweise schneller als andere Sars-CoV-2 Linien. Die WHO schätzt das Risiko für die öffentliche Gesundheit als gering ein. Die Variante verursacht gewöhnlich keine besonders schweren Krankheitsverläufe oder spezielle Symptomatik. Auf Platz eins der Infektionskrankheiten liegen die Rhinoviren mit 30 Prozent, gefolgt von Corona mit 22 Prozent, alle weiteren Erreger lagen deutlich unter fünf Prozent.
Donnerstag, 10.10.2024
Darf man mit Corona zur Arbeit?
Seit dem 1. März 2023 müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch dann zur Arbeit kommen, wenn sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden, wenn sie keine typischen Symptome haben. Zeigen Betroffene Krankheitsanzeichen, sollten sie zu Hause bleiben. So schützen sie auch andere vor einer Ansteckung. Grundsätzlich kommt es bei der Anwesenheitspflicht auf die Vorgaben des Arbeitgebers an. Laut Gesundheitsministerium können Arbeitgeber selbst festlegen, welche Maßnahmen zum Infektionsschutz am Arbeitsplatz eingehalten werden müssen. Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist der Arbeitgeber für die Sicherheit und die Gesundheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Arbeitsplatz sowie im Home Office verantwortlich, sodass eine gemeinsame Lösung gefunden werden sollte. Denn auch wenn Corona nicht mehr so gefährlich ist, kann das Virus im Körper Schäden anrichten.
Dienstag, 08.10.2024
Schon jede vierte Infektion mit neuer Variante XEC
Die Corona-Herbstwelle nimmt weiter Schwung. Die Aktivität respiratorischer Erkrankungen wird weiterhin hauptsächlich durch Rhinoviren und Sars-CoV-2 bestimmt. Ein Überwachungssystem zur Kontrolle der Aktivität akuter Atemwegserkrankungen in Deutschland ist das Online-Portal GrippeWeb des RKI, wo die Bevölkerung direkt eine Selbstauskunft abgeben kann. In den vergangenen Wochen zeigt sich ein Anstieg von Sars-CoV-2. Grund dafür dürfte der Schulbetrieb und das Wetter sein. Die Menschen halten sich wieder mehr in Innenräumen auf. Eine Krankenhausbelastung aufgrund von Coronaeinweisungen besteht derzeit nicht. Mehr als jede vierte Neuinfektion geht auf die Variante XEC zurück. Neben den typischen Symptomen wie Fieber, Hustem, Hals- und Gliederschmerzen und Verlust des Geruchssinns gehören auch Durchfall und Kurzatmigkeit zu den Symptomen der Variante XEC.
Montag, 07.10.2024
Deutlicher Anstieg von Corona-Spuren im Abwasser zur Wiesn-Zeit
Die neuesten Abwasserproben aus München weisen auf einen signifikanten Anstieg der Coronainfektionen hin. Der aktuelle Messwert ist der höchste seit Jahresbeginn und zeigt eine Verdopplung im Vergleich zur Vorwoche. Es ist nicht eindeutig, ob der Anstieg auf das Oktoberfest zurückzuführen ist, es ist jedoch wahrscheinlich, dass das Fest zur Verbreitung beiträgt. Im Jahr 2023 war die sogenannte Wiesn-Welle deutliche höher als die Winterwelle. Sollte sich das Muster wiederholen, könnte in den nächsten Tagen ein weiterer signifikanter Anstieg zu erwarten sein.
Samstag, 05.10.2024
Anosmie als Hinweis auf neurologische Folgeschäden bei Covid-19
Der Geruchsverlust (Anosmie) in der akuten Phase einer Covid-19-Infektion ist laut einer neuen Studie ein potenzieller Indikator für ein erhöhtes Risiko für langfristige neurologische Schäden und strukturelle Veränderungen im Gehirn und könnte mit der Entwicklung von Long-Covid-Symptomen in Verbindung stehen. Die genauen Mechanismen sind noch unklar. Angesichts der weltweit hohen Covid-19-Inzidenz ist es entscheidend, Risikofaktoren frühzeitig zu identifizieren, um eine gezielte Nachsorge priorisieren zu können.
Dienstag, 01.10.2024
Um Praxen zu entlasten: Hausärzteverband empfiehlt Corona- und Grippeimpfung
Vor Beginn der Grippesaison hat der Hausärztinnen- und Hausärzteverband die Bürger dazu aufgerufen, ihren Impfschutz zu erneuern - auch für das Coronavirus. Kliniken und Praxen müssten entlastet werden. Dies gelte besonders für Risikogruppe - etwa alle über 60 Jahre. Aus medizinischer Sicht spricht nichts gegen eine Doppel-Impfung an einem Termin. Zur Entlastung der Praxen sei dies sogar nötig. Der organisatrische Aufwand der Corona-Impfung ist nach wie vor hoch. Gibt es nicht genügend Impfwillige, muss der übrige Impfstoff weggeworfen werden. Spontane Impfungen sind so nur bedingt möglich. Die Grippewelle steht noch bevor und die Belastung für die Praxen und Kliniken ist jetzt schon sehr hoch. Vor diesem Hintergrund müsse damit gerechnet werden, dass neue Patientinnen und Patienten, die keine Notfälle sind, nicht mehr aufgenommen werden können. Dies sei immer sehr belastend - aber in vielen Regionen bereits Realität.
Dienstag, 24.09.2024
Neue Corona-Variante XEC
Die neue Corona-Variante XEC, die erstmals im Sommer 2024 entdeckt wurde, breitet sich langsam aus und könnte im Herbst und Winter die dominante Variante werden. Die erfassten Symptome sind denen der Omikron-Variante sehr ähnlich: Fieber und Schüttelfrost, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Husten, Halsschmerzen, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, verstopfte oder laufende Nase, Bauchschmerzen oder Durchfall. Bis jetzt zeigen sich keine Symptome, die nur für XEC typisch wären. In der Regel dauern die Symptome 1 bis 2 Wochen, wobei es bei älteren Personen oder solchen mit Vorerkrankungen länger dauern kann. Weiterhin werden die bekannten Schutzmaßnahmen empfohlen: Impfungen, regelmäßiges Händewaschen, Lüften und das Tragen einer Maske in der Öffentlichkeit.
Montag, 23.09.2024
Coronavirus stammt laut Studie vermutlich von Wildtieren
Fast fünf Jahre nach Ausbruch der Corona-Pandemie ist der Ursprung des Erregers Sars-CoV-2 nicht zweifelsfrei geklärt. Nun deutet eine weitere Studie darauf hin, dass er ursprünglich von Wildtieren kommt, die auf einem Markt der chinesischen Metropole Wuhan gehandelt wurden und nicht aus einem in der Stadt befindlichen Labor. Insbesondere Proben aus dem Markareal, wo Wildtiere gehandelt wurden, enthielten neben dem Erbgut von Tieren auch genetische Rückstände von Sars-CoV-2. Einen direkten Beweis, dass die Tiere infiziert waren, gibt es nicht, da sie entfernt wurden, bevor die chinesischen CDC-Teams kamen. Bei den Tieren handelte es sich u.a. um Marderhunde, Schleichkatzen, Bambusratten und Stachelschweine.
Donnerstag, 19.09.2024
Gesundheitliche Folgen der Coronapandemie immer noch spürbar
Das Ergebnis einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung ergibt, dass die Folgen für die mentale Gesundheit, die körperliche Aktivität und das allgemeine Wohlbefinden von Kindern, Jugendlichen und Eltern auch mehr als vier Jahre nach Beginn der Coronapandemie teilweise weiterhin spürbar sind. Während der Pandemie stiegen Angstsymptome und Depressionen bei Kindern und Jugendlichen an - vor allem in der Pubertät. Besonders davon betroffen waren sie in der Zeit des Homeschoolings, als soziale Kontakte weitgehend eingeschränkt waren. Gleichzeitig bewegten sich Kinder und Jugendliche im Schnitt 48 Minuten weniger am Tag als vor der Pandemie. Bis heute erholten sich die Werte nicht wieder. Die zeige, dass die mental und körperliche Gesundheit der Kinder zur Priorität werde solle. Unter den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie litten aber auch Eltern. Von einem stark eingeschränkten Wohlbefinden berichteten vor allem Mütter mit Kindern im Alter von bis zu zehn Jahren. Ihre Lebenszufriedenheit lag fast über den gesamten Zeitraum unter dem Wert der Väter. Die Pandemie hat gezeigt: Einschränkungen in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen belasten Eltern stark, insbesondere Mütter. Diese Erfahrung sollte eine Lehre sein, gerade in aktuellen Zeiten von Personalmangel in Kitas und Schulen.
Dienstag, 17.09.2024
Neue Corona-Variante ist noch infektiöser: Herbstwelle steht bevor
Aktuell ist die Corona-Lage relativ stabil, es deutet sich jedoch ein Anstieg der Infektionszahlen an. Schon im letzten Jahr hatten gab es im Spätsommer und Herbst ein starkes Infektionsgeschehen. Das scheint sich jetzt zu wiederholen. Nach einer Infektion ist man offensichtlich nur einige Monate vor der nächsten Infektion geschützt, so dass sich jetzt wieder viele Menschen anstecken können. Aufgrund der guten Herdenimmunität ist jedoch davon auszugehen, dass die Untervariante nicht zu dramatischen Anstiegen der Krankhenhauseinweisungen oder Intensivbettenbelegung führt. Bei einem positiven Testergebnis sollte man andere durch einen Mund-Nase-Schutz schützen oder zu Hause bleiben. Risikopatienten mit einem stark eingeschränkten Immunsystem sollten dann einen Arzt aufsuchen. Auch sollte man sensibel bleiben: ein Test ist sinnvoll, wenn z.B. ein BEsuch bei Angehörigen von Risikogruppen ansteht. Abgelaufene Tests sollten nicht verwendet werden.
Freitag, 13.09.2024
Worunter Kinder mit Long Covid besonders leiden
Auch Kinder und Jugendliche können monate- oder sogar jahrelang an den Folgen einer Corona-Infektion leiden. Eine der schwersten Langzeitbeschwerden ist die neuroimmunologische Krankheit Myalgische Enzephalomyelitis auch Chronisches Fatigue Syndrom genannt. Erschöpfung, Tagesmüdigkeit und fehlende Energie sind auch mit 80 % bei Jugendlichen die häufigsten Langzeitfolgen einer Corona-Inektion. Kinder von 6-11 Jahren leiden am häufigsten an Kopfschmerzen (57%), Konzentrationsschwierigkeiten bzw. Gedächtnisstörungen und Schlafstörungen (44%) und Bauchschmerzen (43%). Bei Jugendlichen sind ebenfalls Kopfschmerzen (55%), Konzentrationsstörungen (49%) und Muskel- und Gliederschmerzen (60%) weit verbreitet. Post Covid bei Kindern zu diagnostizieren ist gar nicht so einfach: Ausführliche Gespräche, Ausschluss anderer Krankheiten durch Blutabnahme, funktionelle Test und Fragebögen sind nötig. Das Problem ist auch, dass viele Patienten aufgrund der Unkenntnis über das Krankheitsbild Fehldiagnosen erhalten. Betroffene Mütter haben nun den Verein "NichtGenesenKids" gegründet und wollen anderen Familien helfen, deren Kinder sich nach einer Corona- Infektion nicht erholt haben.
Dienstag, 10.09.2024
Neuer monoklonarer Antikörper SC27: Alternative zur Impfung
Wissenschaftler haben einen Antikörper entwickelt, der gegen eine Vielzahl von Corona-Varianten wirkt - darunter frühere, gegenwärtige und zukünftige. Die Impfung ist das Mittel erster Wahl im Kampf gegen Corona, Wissenschaftler forschen jedoch weiter an Alternativen beispielsweise für immungeschwächte Menschen, die keine Impfstoffe erhalten können, Menschen, die sie nicht vertragen oder sie aus anderen Gründen ablehnen. In der Vergangenheit stellten etwa die Medikamente Tixagevimab und Cilgavimab vorübergehend eine Alternative zur Corona-Impfung dar. Beide Mittel scheiterten jedoch an neuen Corona-Mutationen, gegen die sie nicht mehr wirksam waren. Monoklonale Antikörper werden einmalig über eine Spritze verabreicht, zählen aber nicht zu den klassischen Impfstoffen. Der Unterschied zu einer Impfung ist, dass direkt Antikörper gespritzt werden und das Immunsystem die Herstellung dieser Antikörper nicht selbst übernehmen muss.
Montag, 09.09.2024
Corona und Rhino-Viren: Seit Ende August steigen die Zahlen
Rund vier Millionen Menschen waren in Deutschland Ende August mit akuten Atemwegsbeschwerden infiziert. In der virologischen Überwachung wurden dabei hauptsächlich Coronaviren nachgewiesen, gefolgt von Rhino-/Enteroviren und Mycoplasma pneumoniae. Derzeit sind häufig Kinder und Jugendliche betroffen. Von Ende Juli bis Mitte August verzeichnete das RKI gleichbleibende Inzidenzen, seit Anfang September wurde jedoch wieder ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen verzeichnet. Sowohl Corona-Fälle als auch Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege, also Bronchien und Lungen nehmen zu. Die Corona-Infektionen verlaufen nur noch selten schwer oder gar tödlich. Eine Ursache für den Anstiegt sehen Experten u.a. in den verringerten Schutzmaßnahmen, neuen Erregern und möglicherweise auch im Klimawandel, da diese Erreger sich bei hohen Temperaturen sehr wohl fühlen.
Mittwoch, 04.09.2024
Covid-19-Impfungen haben mehr Leben gerettet als angenommen
Eine Studie des WHO European Respiratory Surveillance Network hat aktuell ergeben, dass durch Covid-19-Impfungen die Sterblichkeit von 2020 bis März 2023 um mind. 59% reduziert werden konnte. Konkret wurden etwa 1,6 Millionen Menschen ab 25 Jahren durch die Impfungen vor einem tödlichen Verlauf von Covid-19 geschützt, etwa 96% der geretteten Leben entfielen dabei auf Menschen über 60 Jahre, die Hälfte davon waren Personen ab 80 Jahren. Ohne die Impfungen hätte die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Europa von derzeit 2,2 Millionen auf bis zu 4 Millionen ansteigen können. Die Sterblichkeit wurde am stärksten in den Ländern reduziert, die zu Beginn der Delta-Welle eine hohe Impfquote bei älteren Erwachsenen aufwiesen. Dazu zählten Israel, das Vereinigte Königreich (England und Schottland), Finnland, Malta und Dänemark. Im Gegensatz dazu war die Senkung der Todesfälle in Ländern mit niedrigerer Impfabdeckung, wie Rumänien, Moldawien und dem Kosovo, weniger ausgeprägt.
Montag, 26.08.2024
Corona-Symptome: leichte Fälle selbst behandeln
Die derzeit in Deutschland kursierenden SARS-CoV-2-Varianten sind ansteckender, weil sie das Immunsystem besser umgehen können, führen aber meist zu milden Verläufen. Neben klassischen Erkältungssymptomen zeigen sich teils ungewöhnliche Symptome, wie Hautausschlag, rote und wunde Finger oder Zehen sowie juckende und gerötete Augen. Auch Durchfall oder andere Magen-Darm-Beschwerden sowie Schwellungen im Mundraum oder auf der Zunge treten auf, seltener kommt es zum vorübergehenden Verlust des Geruchs- oder Geschmacksinns. Leichtes Fieber und Müdigkeit sind Anzeichen dafür, dass das Immunsystem das Virus bekämpft. Wichtig sind Ruhe und ausreichendes Trinken. Neben Wasser lindern heiße Tees, wie Salbei oder Ingwer Halsschmerzen. Bei Magenbeschwerden empfiehlt sich Zwieback oder Haferbrei. In Absprache mit dem Hausarzt können rezeptfreie Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen Fieber und Kopfschmerzen lindern. Abschwellende Nasensprays oder -tropfen sollten höchstens eine Woche eingenommen werden. Alternativ kann man regelmäßige Nasenduschen mit Salzwasser durchführen. Pflanzliche Hustensäfte, etwa mit Thymian oder Spitzwegerich, können das Abhusten erleichtern. Bei Atemnot sollte allerdings ein Arzt, in dringenden Fällen auch der Notruf kontaktiert werden. Kurzatmigkeit und Atemnot, dazu ein anhaltend sehr schneller Puls sind Anzeichen für einen schweren Verlauf und möglicherweise für eine Lungenentzündung. Ein schmerzendes, geschwollenes oder gerötetes Bein könnte auf eine Thrombose hindeuten, die im schlimmsten Fall eine Lungenembolie auslösen kann. Ganz besonders achtsam bei diesen Symptomen sollten Menschen mit Vorerkrankungen sein sowie alle, die nicht gegen Covid-19 geimpft sind. Um andere Menschen, die im selben Haushalt leben, nicht zu infizieren, sollten sich Erkrankte möglichst isolieren. Hilfreich ist es, Abstand zu halten, regelmäßig gründlich zu lüften und eine FFP2-Maske zu tragen. Die meisten Erkrankten sind nach etwa 14 Tagen symptomfrei. Bis dahin sollten Betroffene sich schonen und erst wieder zu arbeiten beginnen, wenn sie sich wirklich fit fühlen.
Mittwoch, 21.08.2024
Lebenserwartung steigt nach Pandemie erstmals wieder
Nach dem Ende der Corona-Pandemie steigt die Lebenserwartung wieder an. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt betrug in Deutschland im Jahr 2023 für Frauen 83,3 Jahre und für Männer 78,6 Jahre. Die Lebenserwartung ist damit bei beiden Geschlechtern im Vergleich zum Vorjahr um etwa 0,4 Jahre gestiegen. Während der Corona-Jahre 2020 bis 2022 war die Lebenserwartung sowohl bei Männern als auch bei Frauen um 0,6 Jahre im Vergleich zu 2019 gesunken. Das Niveau aus dem Jahr 2019 ist somit noch nicht erreicht.
Montag, 19.08.2024
Todesursache in BW: Mehr Menschen sterben an Corona als an Grippe
Laut Zahlen des Statistischen Landesamts in Fellbach starben 2023 in Baden-Württemberg 3.343 Menschen an einer Coronainfektion, 186 an einer Grippe. Auffallend ist, dass das Coronavirus auch im Sommer zu einer dreistelligen Todeszahl im Land führte, auch im Winter hielt der Trend an. Insgesamt ist die Anzahl der Todesopfer aufgrund der steigenden Immunisierung deutlich gesunken. So wurden 2022 noch rund 6.800 Corona-Tote erfasst. Im Vergleich zu anderen Todesursachen war Corona im vergangenen Jahr die zehnthäufigste Todesursache. Gut ein Drittel und somit die meisten Todesopfer erlagen den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung (41.012). An Bluthochdruck verstarben 5.648 Menschen, an Brustkrebs 2.222.
Sonntag, 11.08.2024
Neuer Corona-Impfstoff
Der neue Covid-19-Impfstoff von BioNTech/Pfizer soll ab dem 12. August erhältlich sein und kann sowohl zur Grundimmunisierung als auch für Auffrischimpfungen verwendet werden. Weiterhin ist er in drei Dosierungen erhältlich: für Menschen ab 12 Jahren, Kinder von 5-11 Jahren sowie für Säuglinge und Kleinkinder von 6 Monaten bis 4 Jahren. Er wurde speziell für die aktuelle Omikron-Variante entwickelt und biete daher einen verbesserten Schutz. Die STIKO rät zu einer Auffrischungsimpfung für Personen ab 60 Jahren sowie für jene mit Risikofaktoren wie chronischen Erkrankungen.
Donnerstag, 08.08.2024
WHO alarmiert wegen „miserabler“ Impfraten
Die Weltgesundheitsorganisation fordert dringend Impfkampagnen für Risikogruppen. Die Impfrate für ältere Menschen und Gesundheitspersonal sei besorgniserregend zurückgegangen. Seit einigen Wochen steigt der Anteil an positiven Coronatests. Abwasseranalysen zeigen, dass das Virus noch stärker verbreitet ist als die Infektionsstatistiken es nahelegen. Bei den Olympischen Spielen sind mehr als 40 Athletinnen und Athleten positiv getestet worden. Jedoch sei die aktuelle Lage nicht vergleichbar mit der Pandemiephase, weil heute insgesamt viel mehr Menschen durch Impfungen und durchlebte Infektionen vor schweren Krankheitsverläufen geschützt seien.
Dienstag, 06.08.2024
Nasenspray-Impfstoff kann Corona-Übertragung verhindern
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass gezielt über Nase und Mund verabreichte Impfstoffe leisten können, was herkömmliche Impfungen bislang nur eingeschränkt schaffen: die Ausbreitung von Corona eindämmen, indem sie die Übertragung der Viren stoppen. Intramuskuläre Impfungen erzeugen Antikörper hauptsächlich im Blut. Atemwegsviren infizieren aber zuerst die Schleimhäute in Nase und Lunge. Eine lokale Immunität könnte hier also effektiver wirken. Nasal geimpfte Hamster mit Corona-Erkrankung gaben das Virus nicht an andere Artgenossen weiter. Im Gegensatz dazu infizierte sich etwa die Hälfte der Hamster, die mit Hamstern in Kontakt kamen, die eine Injektion mit dem Pfizer-Impfstoff erhalten hatten. Zudem war bei nasal geimpften Hamstern der Virusgehalt in den Atemwegen 100- bis 100.000-mal niedriger als bei denen mit Impfspritze oder ohne Impfung. Sollten gezielt auf Schleimhäute wirkende Impfstoffe tatsächlich solche Vorteile auch für Menschen bieten, könnten sie auch bei anderen Erkrankungen hilfreich sein - zum Beispiel bei der Vogelgrippe, die künftig ein durchaus zunehmendes Risiko darstellen könnte.
Freitag, 26.07.2024
Angepasster Impfstoff ist bald verfügbar
Ab Mitte August soll ein angepasster Coronaimpfstoff für die aktuell kursierende Virusvariante JN.1 verfügbar sein. Das Präparat des Herstellers Biontech ist für alle Altersgruppen geeignet. Aktuell gibt es keine Hinweise darauf, dass die Variante schwerere Infektionen oder andere Symptome als andere zirkulierende Virusvarianten verursachten. Zudem herrscht eine hohe Grundimmunität der Bevölkerung durch Impfungen und Infektionen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt besonders gefährdeten Personengruppen eine jährliche Auffrischimpfung im Herbst. Zu den Gruppen gehören unter anderem Menschen ab 60 Jahren und solche ab sechs Monaten mit einer Grunderkrankung, die mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf einhergeht.
Sonntag, 14.07.2024
So viele krank wie noch nie Anfang Juli
In den vergangenen Wochen haben sich wieder mehr Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Auch Erkältungsviren wie Rhinoviren und Bordetella pertussis, Keuchhusten, haben eine Hochphase. Großveranstaltungen wie die Fußball-EM und das regnerische, kühle Sommerwetter begünstigen eine Ausbreitung. Zu beobachten sind jedoch milde Krankheitsverläufe. Dennoch kann es bei Risikogruppen und vorerkrankten Menschen auch weiterhin schwere Verläufe bei einer Covid-Infektion geben. Der Virologe Drosten rät älteren und gefährdeten Menschen sich im Herbst wieder mit dem jetzt neu angepassten Impfstoff zu schützen und Erkrankten, möglichst zu Hause zu bleiben. Auch Corona-Tests sind ein wirksames Mittel, um herauszufinden, ob man andere Menschen anstecken kann. Ebenso tragen die bekannten Hygienemaßnahmen wie Abstandhalten, Meidung großer Menschenmassen, Hände waschen, in die Armbeuge nießen oder Maske tragen dazu bei, sich nicht mit dem Erreger zu infizieren.
Donnerstag, 30.05.2024
Corona hat einsam gemacht - vor allem Jüngere
Die Bundesregierung will gegen Einsamkeit vorgehen. Die Grundlage dafür soll das "Einsamkeitsbarometer" schaffen. Eine zentrale Erkenntnis: Corona und die im Zuge der Pandemie erlassenen Beschränkungen hatten massive Auswirkungen auf das Einsamkeitsempfinden. Der Datenauswertung zufolge nahm das Einsamkeitsempfinden bei der Gesamtbevölkerung zwischen den Jahren 1992 und 2017 eher ab, mit Corona gab es dann einen sprunghaften Einstieg von 7,6 Prozent 2017 auf 28,2 Prozent im ersten Coronajahr 2020. 2021 gingen sie auf 11,3 Prozent zurück - immer noch weit über den Zeiten vor der Pandmie. Frauen sind in größerem Maße betroffen als Männer und bei den Jüngeren war der Anstieg stärker festzustellen als bei den Älteren. Vor Ausbruch der Corona-Pandemie war das Einsamkeitsempfinden vor allem in der Gruppe der Über-75-Jährigen überproportional hoch, danach bei den Unter-30-Jährigen. Sehr stark von Einsamkeit betroffen sind der Studie zufolge Alleinerziehende, Arbeitslose, gering Qualifizierte, chronisch Kranke sowie Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung. Kaum Unterschiede gibt es demnach zwischen Menschen auf dem Land oder in der Stadt sowie zwischen den ost- und westdeutschen Bundesländern. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung ist zu dem Schluss gekommen, dass der Wegfall der Kontaktbeschränkungen nur begrenzt zu einer "sozialen Erholung" geführt hat. In der postpandemischen Phase bestehe die Einsamkeit auf hohem Niveau fort - es zeige sich eine Tendenz zur Chronifizierung. Familienministerin Paus nannte Einsamkeit eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft. Man dürfe die Augen vor 'sozialem Long Covid' nicht verschließen. Das "Einsamkeitsbarometer" soll künftig jedes Jahr veröffentlicht werden und hat das Ziel, Maßnahmen zu entwickeln, um Menschen aus dem Gefühl der Einsamkeit zu holen. Der Sozialverbund Deutschland fordert deutlich mehr Invenstitionen in öffentliche Begegnungsorte wie Schwimmbäder, Ärztehäuser, Quartiersläden, inklusive Schulen, Kitas etc. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz schlägt mehr Seniorenämter in Städten und Gemeinden vor. Ministerin Paus will das Thema Einsamkeit "aus der Tabu-Zone holen" und kündigte unter anderem eine "Aktionswoche gegen Einsamkeit" vom 17. bis 21. Juni an und eine Kampagne, bei der unter anderem Kurzvideos über sozialen Medien ausgespielt werden sollen, um dort junge Menschen zu erreichen.
Samstag, 25.05.2024
Kein Einzelfall: Schwäbisch Hall entsorgt Corona-Schutzmaterial
Die Stadt Schwäbisch Hall hat 75 Paletten mit Corona-Schutzmaterial entsorgen lassen. Die Ware hatte einen Einkaufswert von rund 350.000 Euro. Vieles sei nun abgelaufen und dürfe nicht mehr verwendet werden, darunter FFP2-Masken, Corona-Tests, aber auch Schutzanzüge und Handschuhe. Schwäbisch Hall ist damit allerdings kein Einzelfall. Die Stadt Bad Mergentheim hat mehrere Hundert Kilogramm abgelaufenes Corona-Schutzmaterial entsorgen müssen, darunter ebenfalls überwiegend Corona-Schnelltests. Ob die Tests, Masken und andere Schutzmaterialien nach dem Ablaufdatum unbrauchbar sind oder nicht, spielt keine Rolle. Die Qualität kann nicht mehr garantiert werden, deshalb müssen die Waren entsorgt werden. Manche Materialien wie Schutzbrillen würden aber in Schwäbisch Hall noch an den städtischen Werkhof zur weiteren Verwendung verteilt. Die Stadt habe vergeblich versucht, Abnehmer für die ablaufenden Materialien zu finden. Einige Städte konnten ihre Schutzmaterialien allerdings auch selbst verwerten und aufbrauchen, beispielsweise die Stadt Heilbronn. Dort seien vorrätige Masken innerhalb der Haltbarkeit aufgebraucht worden.
Samstag, 18.05.2024
Chinesischer Coronaforscher darf zurück ins Labor
Nach tagelangem Protest darf der chinesische Virologe Zhang Yongzhen in sein Labor zurück. Zhang ist der erste Wissenschaftler, der 2020 eine Sequenz des Covid-19-Virus in China veröffentlicht hatte. Das medizinische Zentrum in Shanghai, in dem sein Labor untergebracht ist, habe "vorläufig zugestimmt", dass er und sein Team weiterarbeiten dürften. Zhang war nach eigenen Angaben auf die Straße gesetzt worden - ein Zeichen für den anhaltenden Druck auf chinesische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zum Coronavirus forschen. Um zu protestieren, saß er tagelang bei strömendem Regen auf Pappkartons vor dem Labor. Mitglieder seines Teams entrollten ein Transparent mit der Aufschrift "Normale wissenschaftliche Forschungsarbeit fortsetzen". Die Aktion erregte Aufmerksamkeit und verbreitete sich in den chinesischen sozialen Medien. Auch die staatlichen Medien berichteten über seinen Protest. Das deutet daraufhin, dass die Regierung sich im Umgang mit Zhang und seinem Team uneinig war. Durch die zusätzliche Aufmerksamkeit standen die lokalen Behörden unter Druck. Zhang hatte am 5. Januar 2020 das Coronavirus entschlüsselt und die chinesischen Behörden in einer internen Mitteilung vor der möglichen Ausbreitung des Virus gewarnt. Am nächsten Tag ordnete die oberste Gesundheitsbehörde die vorübergehende Schließung seines Labors an. Ausländische Wissenschaftler erfuhren schnell, dass Zhang und andere chinesische Wissenschaftler das Virus entschlüsselt hatten und forderten China auf, die Sequenz zu öffentlich zu machen. Zhang veröffentlichte die Sequenz am 11. Januar 2020, obwohl die Gesundheitsbehörden dies nicht genehmigt hatten. Die Sequenzierung eines Virus ist der Schlüssel für die Entwicklung von Testkits, Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung und Impfungen. Im Ausland wurde Zhang für seine Arbeit mit Preisen ausgezeichnet. Die chinesischen Gesundheitsbehörden entzogen ihm hingegen einen Posten im Zentrum für Seuchenkontrolle und -prävention und untersagten ihm die Zusammenarbeit mit einigen seiner früheren Partnern.
Dienstag, 14.05.2024
Warum der Impfstoff AstraZeneca nicht mehr zugelassen ist
Seit dem 8.Mai 2024 ist der Corona-Impfstoff von AstraZeneca in der EU nicht mehr zugelassen. In den sozialen Medien werden Bedenken bei der Sicherheit als Grund gehandelt. Anders als in den sozialen Medien suggeriert, teile einer Sprecherin der EU-Kommission mit, dass Zweifel an Sicherheit oder Wirksamkeit bei dem Vakzin kein Grund für den Schritt seinen. Der Schritt erfolgte auf Initiative des Unternehmens AstraZeneca. Zur Einordnung hieß es aus der EU-Kommission, es sei nicht ungewöhnlich, "dass Unternehmen die Rücknahme der Marktzulassung von Arzneimitteln oder Impfstoffen aus kommerziellen Gründen beantragen.“ AstraZeneca selbst bestätigte auf Anfrage, dass das Unternehmen den Widerruf der Zulassung beantragt hat. Zur Begründung nannte AstraZeneca, dass inzwischen "mehrere Varianten von COVID-19-Impfstoffen entwickelt wurden" und es "eine Menge an verfügbaren aktualisierten Impfstoffen" gibt. Dadurch sei es zu einem Rückgang in der Nachfrage nach dem Impfstoff gekommen, der daraufhin nicht mehr hergestellt oder verteilt wurde. Einen direkten Zusammenhang mit den bekannten Impfnebenwirkungen von Vaxzevria wurde auch vom Paul-Ehrlich-Institut nicht hergestellt. Mögliche negative Effekte wie die sogenannte Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom - auch bekannt als TTS - seien in den Produktinformationen des Präparats vermerkt, schreibt das Institut. Man habe von Beginn der Pandemie an "in periodisch erscheinenden Sicherheitsberichten über die Sicherheit von COVID-19-Impfstoffen und darin immer wieder auch beispielsweise über die TTS berichtet.“ Wann genau AstraZeneca welche Nebenwirkungen des Impfstoffes bekannt gab, stand zuletzt zur Debatte. Medienberichte in Großbritannien und Deutschland titelten am Wochenende, AstraZeneca habe in Gerichtsdokumenten anlässlich eines Falles in Großbritannien erstmals zugegeben, "dass sein Covid-Impfstoff seltene Nebenwirkungen verursacht haben soll". Auf Anfrage der ARD widersprach AstraZeneca dieser Darstellung. Die Produktinformationen zum AstraZeneca-Oxford-Impfstoff seien bereits im April 2021 mit Zustimmung der britischen Aufsichtsbehörde MHRA aktualisiert worden und berücksichtigten auch die Möglichkeit, dass der Impfstoff in sehr seltenen Fällen Auslöser einer TTS sein könne, schrieb das Unternehmen in einer Antwort. Die Aktualisierung sei demnach gut dokumentiert und öffentlich verfügbar gewesen.
Mittwoch, 01.05.2024
GroKo-Minister räumen Fehler in Corona-Politik ein
Das Coronavirus ist nicht verschwunden, die Pandemie aber offiziell vorbei. Mehrere Politiker, darunter Mitglieder der früheren Bundesregierung unter Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel und heutiger Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, haben nun Fehler im Umgang mit der Pandemie eingeräumt. Laut Lauterbach sei man mit Kindern teilweise zu streng und mit Lockerungsmaßnahmen zu spät gewesen. Bereits vor einem Jahr war eine interministerielle Arbeitsgruppe zu dem Ergebnis gekommen, dass die Pandemie weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gehabt hat. Folgen seien unter anderem Depressionen, Essstörungen oder Lernprobleme in der Schule. Auch der ehemalige Bundesinnenminister Horst Seehofer würde nächtlichen Ausgangssperren, die kaum Wirkung auf die Unterbrechung der Infektionsketten hatten, heute nicht mehr zustimmen. Auch mit Forderungen nach Zwangsimpfungen, wie sie etwa für das Personal im Gesundheitswesen ab Mitte 2022 galten, müsse man "sehr vorsichtig" sein. Als dritter räumte auch Helge Braun, bis Ende 2021 Kanzleramtschef in Merkels Kabinett, Fehleinschätzungen der Großen Koalition ein. Die damalige Bundesregierung habe anfangs die Wirkmächtigkeit der Impfstoffe zu hoch eingeschätzt, man habe das Impfen als eine Lösung für den Ausstieg aus der Pandemie beworben und eine Erwartung geschürt, die man am Ende nicht erfüllen konnten.
Sonntag, 28.04.2024
WHO: In der Coronapandemie wurde zu oft Antibiotika verschrieben
Nur acht Prozent der Coronainfizierten in Krankenhäusern hätten zusätzlich bakterielle Infektionen gehabt, die mit Antibiotika behandelt werden konnten. Doch hätten im weltweiten Durchschnitt 75 Prozent diese Medikamente bekommen, „für den Fall, dass es hilft“, wie die WHO schreibt. Es müsse dringend mehr getan werden, um Antibiotika korrekt und nur da einzusetzen, wo sie Nutzen bringen können. Im Fall einer Coronainfektion hätten sie den Patientinnen und Patienten nichts gebracht. Antimikrobielle Resistenzen (AMR) sind weltweit ein wachsendes Problem. Die Europäische Union schätzt, dass allein in den Mitgliedsländern sowie Norwegen, Island und Liechtenstein im Jahr 35.000 Menschen sterben, weil ihre Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze resistent sind gegen die gängigen Medikamente. Die EU bezeichnet AMR als eine der drei größten Gesundheitsgefahren. Die gesundheitlichen Folgen seien vergleichbar mit denen von Grippe, Tuberkulose und HIV/Aids zusammen. Die WHO schätzt, dass jedes Jahr weltweit 1,3 Millionen Menschen sterben, weil Antibiotika bei ihren Infektionen nicht anschlagen. In Deutschland sterben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) jährlich etwa 2500 Menschen allein durch multiresistente Erreger, also solche, die gegen mehrere Antibiotika gleichzeitig resistent sind. Hinzu kommen Todesfälle im Zuge von Einzelresistenzen.
Mittwoch, 24.04.2024
Aufarbeitung der Corona-Pandemie: Verlorene Jahre
Bundesweit wird eine Enquete-Kommission gefordert, um aufzuarbeiten, welche Schlüsse aus der Corona-Krise gezogen werden müssen. Besonders bei Kindern und Jugendlichen muss die Politik um Verzeihung bitten. Sie durften nicht zum Sportverein, Spielplätze waren geschlossen, Schule fiel aus oder fand digital statt, Ausgangssperren. Für diejenigen, die in beengten Wohnverhältnissen lebten, kaum ertragbar. Übergewicht, Depressionen, riesige Bildungslücken - verschiedene Studien belegen die Traumata der Generation Corona. Manche Kinder- und Jugendpsychotherapeuten sprechen sogar von einer "verlorenen Generation". Rückblickend gelten monatelange Schulschließungen als Fehler und unnötig. Politisch Verantwortliche verweisen auf damalige Empfehlungen der Virologen und des RKI. Die wiederum kontern, die Entscheidung habe immer bei der Politik gelegen. Dieses Hin- und Hergeschiebe der Verantwortung muss aufhören. Die damaligen falschen Entscheidungen müssen klar benannt und aufgearbeitet werden. Mehr noch: Sie müssen wiedergutgemacht werden. An vielen Schulen finden die Abschlussprüfungen dieses Jahr wieder ohne Rücksicht auf die verlorene Schulzeit statt. Ausreichend Psychotherapie-Plätze für Kinder und Jugendliche gibt es nach wie vor nicht. Dabei ist der Bedarf so hoch wie nie.Nachholen von Schulfahrten oder mehr Dingen, die einfach nur Spaß machen? Keine Zeit, denn sie haben ja schon so viel Lernstoff verpasst.
Mittwoch 20.03.2024
Post-Covid-Syndrom: Forschungsprojekt entwickelt App
Post-Covid-Betroffene leiden oft an einer Vielzahl sich überlappender Symptome. Dies erschwert sowohl die ärztliche Diagnose als auch die selbstständige Recherche. Unter der Anleitung von Prof. Anja Richter von der TU Köln wird nun eine interaktive Anwendung entwickelt, die Hauärztinnen und Hausärzte bei der Diagnose unterstützen soll. Beim Projekt „HINT“: Hybride interaktive Avatare für Post-Covid-Betroffene“ arbeiten die TU Köln, die Uniklinik Köln und das Unternehmen Humanizing Technologies zwei Jahre lang zusammen. Gefördert wird das App-Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Montag, 26.02.2024
Forscher finden Grund für Gehirnnebel bei Long Covid
Eine Forschergruppe aus Dublin hat eine körperliche Ursache für den sogenannten Gehirnnebel bei Long-Covid-Patienten gefunden. Demnach verursacht die Virusinfektion eine Störung des Blutversorgungssystems im Gehirn. Die Blutgefäße werden durchlässiger und können das Gehirn schlechter von Krankheitserregern, Giften und anderen Substanzen im Blut abschirmen. Zum ersten Mal konnte gezeigt werden, dass undichte Blutgefäße im menschlichen Gehirn zusammen mit einem hyperaktiven Immunsystem die Hauptursache für Gehirnnebel im Zusammenhang mit Long Covid sein können. Bei der Analyse von Blutproben von 76 Covid-Patienten wurden erhöhte Werte des Proteins S100-Beta gefunden, das unter anderem ein Marker für eine gestörte Blut-Hirn-Schranke ist. Den genauen Mechanismus der Schwächung dieses Systems konnten die Forscher noch nicht aufklären. Die Mediziner sind überzeugt, dass Corona nicht die einzige Viruserkrankung ist, die auf diese Weise das Gehirn schädigt. In den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, dass bei vielen neurologischen Erkrankungen – etwa Multipler Sklerose (MS) – wahrscheinlich eine Virusinfektion der auslösende Faktor für die Erkrankung sei, heißt es. Welche Rolle die Blut-Hirn-Schranke dabei spielt, wird von den Studienautoren aktuell genauer untersucht.
Sonntag, 28.01.2024
Ursache für Long Covid entschlüsselt? Schweizer Corona Forschenden gelingt Fortschritt
Nach einer Coronainfektion leiden einige Menschen an Long Covid. Die Symptome reichen von Haarausfall bis Halluzinationen und können oft lange anhalten. Ein Puzzleteil hinter diesen Beschwerden entdeckte jetzt ein Schweizer Forscherteam. Long-Covid lässt sich demnach im Blut von Betroffenen nachweisen. Ein Teil des Immunsystems, das sogenannte Komplementsystem sei laut der Studie - dafür verantwortlich. Das Komplementsystem als Teil des angeborenen Immunsystems helfe normalerweise Infektionen zu bekämpfen sowie beschädigte und infizierte Körperzellen zu beseitigen. Bei Patientinnen und Patienten mit Long Covid kehrt das Komplementsystem nicht mehr in den Ruhezustand zurück, sondern bleibt aktiviert und schädigt so auch gesunde Körperzellen, erklärt Studienleiter Onur Boyman. Die neuen Erkenntnisse können laut dem Immunologen zum besseren Verständnis von Long Covid beitragen und als eine Grundlage für bessere Diagnosen genutzt werden. Doch das Forscherteam erhofft sich noch mehr. Dies soll auch neue Wege eröffnen, um gezieltere Therapien für Long-Covid-Betroffene zu entwickeln. Expertinnen und Experten, die nicht an der Studie beteiligt waren, betrachten die Ergebnisse als wertvoll. Weitere Studien seien jedoch noch nötig. Die Studie füge sich in das Bild ein, dass Gefäßentzündung, Gerinnungsaktivierung, Autoimmunität und Virusreaktivierung eine Rolle bei Long Covid spielten. „Die nachgewiesenen Marker könnten auch diagnostisch relevant sein. Erste Therapiestudien laufen bereits, die an diesen Mechanismen ansetzen“, so Scheibenbogen von der Charité in Berlin.